Wie senke ich Transportkosten im Fernverkehr?

Die kurze Antwort: über die Auslastung. Personal, Fahrzeug und Maut laufen weitgehend unabhängig davon, ob der Lkw voll oder leer fährt. Deshalb entscheidet die Kilometerleistung je Fahrzeug darüber, wie hoch die Kosten je Kilometer ausfallen.

Die Kostenblöcke eines Fernverkehrs-Lkw

Vier Blöcke bestimmen die Kalkulation:

  • Personal. Löhne, Spesen, Sozialabgaben – der größte Posten, und er fällt an, sobald der Fahrer im Dienst ist.
  • Fahrzeug. Abschreibung oder Leasing, Versicherung, Steuer, Wartung. Ein Teil läuft je Kilometer, der größere Teil je Monat.
  • Maut. Rein streckenabhängig, aber unabhängig vom Beladungszustand.
  • Kraftstoff oder Energie. Der einzige Block, der spürbar sinkt, wenn weniger gefahren wird.

Aus dieser Struktur folgt: Ein stehender Lkw kostet fast so viel wie ein fahrender, und ein leer fahrender fast so viel wie ein beladener.

Wo wenig zu holen ist – und wo viel

Am Literpreis lässt sich verhandeln, aber der Spielraum ist schmal und für alle Marktteilnehmer ähnlich. Deutlich mehr Wirkung haben Standzeit und Leerlauf, weil dort die teuren fixen Blöcke mitlaufen, ohne dass ein Erlös entsteht.

Das gilt für Wartezeit an der Rampe, für Zeit in der Rückladungssuche, für Nächte auf dem Rastplatz und für jeden Leerkilometer.

Die vier Stellschrauben

  1. Leerkilometer – jeder vermiedene Kilometer schlägt fast vollständig durch, weil nur der Kraftstoff gespart wird.
  2. Standzeit – Wartezeiten und Suchzeiten laufen zu vollen Kosten mit.
  3. Umlauf je Fahrzeug – wer mit demselben Fuhrpark mehr Kilometer leistet, senkt die Fixkosten je Kilometer, ohne einen Cent zu sparen.
  4. Qualität der Rückladung – eine kurzfristig gebuchte Ladung deckt oft nur die variablen Kosten.

Die Rechnung, offengelegt

Auf Vorteile steht eine vollständige Beispielrechnung für einen Fernverkehrs-Lkw: alle vier Kostenblöcke, alle Annahmen sichtbar, nichts pauschal. Verglichen wird der Ein-Schicht-Betrieb mit dem Zwei-Schicht-Betrieb, wie er im Begegnungsverkehr entsteht.

Das Ergebnis unter den dort genannten Annahmen: rund 11 % geringere Kosten je Kilometer und rund 12 % geringere Gesamtkosten über eine Relation. Der Dieselpreis in der Rechnung wird wöchentlich aus dem Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission übernommen, damit die Zahlen nicht veralten.

Mit eigenen Zahlen rechnen

Die Rechnung lässt sich anpassen: Löhne, Fahrzeugkosten, Mautsatz, Verbrauch und Dieselpreis sind einzeln überschreibbar. Öffnen Sie dazu auf Vorteile die Parameter und setzen Sie Ihre eigenen Werte ein. Welche Relationen bei Ihnen überhaupt infrage kommen, zeigt vorab der Self-Check.