Lkw-Fahrermangel: Wie finde und halte ich Fahrer?
Die kurze Antwort: über die Tourenplanung, nicht über das Gehalt. Wer auf halber Strecke wendet, ist zum Schichtende zu Hause. Das ist der wirksamste Hebel im Wettbewerb um Fahrer – und der am seltensten genutzte, weil er in der Disposition liegt und nicht in der Personalabteilung.
Warum der Beruf unattraktiv geworden ist
Der Fernverkehr verlangt etwas, das kaum ein anderer Beruf verlangt: dauerhafte Abwesenheit von zu Hause. Dazu kommen Umstände, die den Alltag zusätzlich belasten:
- Übernachten im Fahrerhaus, oft mehrere Nächte hintereinander.
- Parkplatzsuche. Auf deutschen Autobahnen fehlen nach Erhebungen von BASt und BGL rund 35.000 Stellplätze. Die Suche beginnt Stunden vor Ende der Lenkzeit und endet häufig auf der Autobahnauffahrt.
- Wochenenden unterwegs, wenn der Umlauf nicht aufgeht.
- Wartezeiten an Rampen, die niemand vergütet.
Wer unter diesen Bedingungen arbeitet, wechselt bei erster Gelegenheit in den Nah- oder Werkverkehr. Das erklärt, warum Nachwuchsgewinnung so schwer ist: Es fehlt nicht an Interesse am Fahren, sondern an der Bereitschaft, dafür das Privatleben aufzugeben.
Was Unternehmen üblicherweise versuchen
Höhere Gehälter, Antrittsprämien, moderne Fahrzeuge, Weiterempfehlungsprogramme. Alles davon wirkt ein Stück weit, alles davon kostet dauerhaft Geld, und keines davon ändert etwas an der Ursache. Wer über den Preis konkurriert, konkurriert mit allen anderen, die dasselbe tun.
Der übersehene Hebel: Touren so schneiden, dass der Fahrer heimkommt
Beim Begegnungsverkehr fährt kein Fahrer die gesamte Strecke. Zwei Fahrer starten an ihren Standorten, treffen sich auf halber Strecke, tauschen Trailer oder Wechselbrücke und kehren um. Die Ladung legt die volle Distanz zurück, die Fahrer nicht.
Für den Fahrer ändert das den Beruf grundlegend: planbare Schichten, Feierabend zu Hause, keine Parkplatzsuche, kein Wochenende auf dem Rastplatz. Für das Unternehmen ändert es die Position im Arbeitsmarkt – Sie werben nicht mehr mit dem gleichen Argument wie alle anderen.
Was das für die Disposition bedeutet
Der Umlauf wird kürzer und regelmäßiger, das Fahrzeug ist abends am Standort. Dafür muss die Planung mehr leisten: Zwei Touren müssen zeitlich und örtlich zusammenpassen, und weil die Verkehre täglich andere sind, muss täglich neu gerechnet werden. Genau diese Rechnung übernimmt die MANSIO Logistics Suite, auch über Unternehmensgrenzen hinweg.
Was sonst noch besser wird
Kürzere Umläufe wirken über die Personalfrage hinaus: weniger Parkplatzsuche bedeutet weniger CO₂ aus Suchverkehr und weniger Druck auf die Lenkzeiten. Wer nicht mehr um 21 Uhr einen Stellplatz sucht, gerät seltener in die Lage, Lenkzeiten zu überschreiten. Und Fahrzeuge, die abends am Standort stehen, lassen sich dort laden – was den Einsatz von E-Lkw überhaupt erst wirtschaftlich macht.
Ob sich Ihre Relationen dafür eignen, zeigt der Self-Check.