Wie kann ich Leerfahrten vermeiden?

Die kurze Antwort: indem Hin- und Rückrichtung zusammen geplant werden – und zwar über die Grenzen des eigenen Fuhrparks hinaus. Innerhalb einer Flotte ist der Spielraum in den meisten Speditionen längst ausgereizt. Der verbleibende Rest lässt sich nur heben, wenn mehrere Unternehmen gemeinsam planen.

Was als Leerkilometer zählt – und wie Sie Ihren Anteil ermitteln

Als Leerkilometer gilt jeder gefahrene Kilometer ohne Ladung: die Anfahrt zur Ladestelle, die Rückfahrt nach der Entladung, der Umweg zum nächsten Auftrag, die Fahrt in die Werkstatt. In der eigenen Auswertung tauchen sie oft nur teilweise auf, weil Anfahrten dem Auftrag zugerechnet werden.

Eine belastbare Zahl bekommen Sie, indem Sie über einen Monat die Gesamtkilometer aus der Telematik den beladenen Kilometern aus dem Transportmanagementsystem gegenüberstellen. Die Differenz ist ehrlicher als jede Schätzung – und meist größer als erwartet.

Die drei Ursachen

  • Einseitige Warenströme. In der Zielregion gibt es schlicht weniger zu laden als in der Herkunftsregion.
  • Zeitfenster. Die passende Ladung existiert, aber nicht zum passenden Zeitpunkt. Wer bis morgen früh warten müsste, fährt lieber leer zurück.
  • Fehlende Partner in der Gegenrichtung. Die Ladung existiert und der Zeitpunkt passt – nur gehört sie einem Unternehmen, mit dem man nicht spricht.

Was jede Spedition allein tun kann

Vier Hebel wirken ohne fremde Hilfe: Rundläufe konsequent planen statt Einzelaufträge; die Anfahrt zur nächsten Ladestelle in die Tourenplanung einbeziehen statt sie als Restgröße zu behandeln; Zeitfenster mit Kunden nachverhandeln, wo sie den Umlauf zerschneiden; und die eigenen Standorte untereinander verknüpfen, sofern es mehrere gibt.

Diese Hebel sind in gut geführten Speditionen weitgehend gezogen. Was übrig bleibt, ist der Teil, der außerhalb des eigenen Zugriffs liegt.

Was erst unternehmensübergreifend geht

Sobald zwei Unternehmen ihre Relationen zusammen betrachten, entstehen Kombinationen, die allein nicht möglich waren. Der einfachste Fall ist der Begegnungsverkehr: Zwei Fahrzeuge auf gegenläufigen Relationen treffen sich auf halber Strecke und tauschen Trailer oder Wechselbrücke. Beide fahren beladen zurück.

Passt keine direkte Gegenrichtung, greifen komplexere Formen – Ringtausch, Dreiecksverkehr, Vierecksverkehr. Sie verbinden drei oder vier Beteiligte zu einem geschlossenen Umlauf. Von Hand ist das nicht mehr planbar, weil sich die Kombination täglich ändert; genau dafür rechnet die MANSIO Logistics Suite jeden Tag neu.

Was ein Prozentpunkt wert ist

Leerkilometer kosten fast so viel wie beladene: Personal, Fahrzeug, Versicherung und ein großer Teil der Maut fallen ohnehin an, gespart wird im Wesentlichen der Kraftstoff. Deshalb schlägt jeder vermiedene Leerkilometer beinahe vollständig auf das Ergebnis durch.

Wie sich das in Ihrem Fall rechnet, können Sie in der offengelegten Beispielrechnung auf Vorteile nachvollziehen – dort lassen sich alle Annahmen mit Ihren eigenen Werten überschreiben. Der Dieselpreis darin wird wöchentlich aus dem Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission aktualisiert.